Woll-Lust geht in Vorarlberg um, immer noch

Aus Leidenschaft zur Masche – selbstge-strickte Mützen liegen voll im Trend.

Bizau, Doren. (VN-ger) Selbst die Hamburger, Innsbrucker oder Wiener stehen drauf – auf selbstgestrickte Mützen aus Vorarlberg. „Wir haben dort Plakate von uns hängen“, erzählt Simone Ange-rer (24). „Und die Resonanz ist gut. Wir bekommen einige  Bestellungen von dort.“ Seit September 2012 lässt die 24-Jährige gemeinsam mit ihrer Schwester Maria (20) die Maschen tanzen. Für Stirnbänder und Mützen made in Bizau. Selbstgemacht sind nicht nur die Strickerzeugnisse, sondern auch die Herzchen darauf und die Waschanleitung daran. 

180 Bestellungen

In Rekordzeit zieht Maria die bunte Merinowolle durch die Maschen. Der Wollknäuel schmilzt auf ihrem Schoß regelrecht dahin. „Eine Stunde und vier Minuten ist mein Rekord“, sagt die 20-Jährige und schmunzelt. 180 Modelle aus ihrer Stirnbandserie haben die Bizauer Schwestern unter dem Firmennamen „Klunkar“ bereits verkauft. Zwischen 30 und 40 Stück sind stets auf Lager. „Vor Weihnachten ist es ganz brutal abgegangen. Da sind wir kaum nachgekommen mit Stricken“, erzählt Simone. Maria hat das Strickfieeber vor rund vier Jahren gepackt: „Es ist wie eine Sucht. Oft denke ich mir, jetzt müsste ich eigentlich ins Bett, aber diese Reihe mache ich noch.“ Irgendwann hat sie die große Schwester damit angesteckt. „Ich bin der Strickerei verfallen“, gesteht Simone. „Nach einem stressigen Arbeitstag gibt es nichts Entspannenderes als zu stricken.“

Leben können die Bizauerinnen von ihrer Strickerei aber nicht. „Das kannst du nur machen, wenn es dir Freude macht.“ Die Angerers haben die Handarbeit praktisch in die Wiege gelegt bekommen. Die Oma und die Mama stricken. Aber auch vor vielen ihrer Freundinnen hat die Woll-Lust nicht Halt gemacht. „Die haben aus Langeweile angefangen zu stricken und können nicht mehr damit aufhören.“
Die Ideen sind im Kopf, die Stricktechniken holen sich die beiden aus dem Internet. „Wenn die Mama nicht weiterhelfen kann.“

Einen „enormen Trend“ in Sachen Stricken ortet auch Margit Kieber von „Frau-Wolle“ im Brockenhaus in Sulz. „Seit einigen Jahren kündigt sich das bereits an, die letzten zwei Jahre war es ganz extrem“, freut sich die Geschäftsinhaberin. Heiß begehrt seien insbesondere die sogenannten „Myboshi“-Mützen. Frauen jeden Alters, vor allem aber viele junge, seien dem Häkel-Trend „Myboshi“ erlegen.

Mützen und Stirnbänder

„Wie eine Sucht“
Nur wenige Kilometer Luftlinie von den Angerer-Schwestern entfernt, in Doren, hat eine Dame dasselbe Schicksal ereilt. Auch Anja Österle kommt nicht mehr weg von der Nadel. Dabei hat alles ganz harmlos angefangen: „Ich habe Mützen und Schals als Geschenke gestrickt“, erzählt die 36-Jähige. Seit einigen Jahren gibt es nunmehr die „Mieze“-Mützen, die insbesondere bei Intersport Spettel in Hittisau an den Mann gebracht werden. Der Papa und die Schwester arbeiten dort. Jede einzelne Mütze ist ein Unikat, keine nach Muster gemacht. „Bei Mützen, die mir ganz besonders gefallen, frage ich immer, wer sie gekauft hat“, verrät die Lebenshilfe-Mitarbeiterin.

Mützen aus Vorarlberg gibt’s auf www.klunkar.com bzw. www.mieze.biz zu bewundern.
Wer ein „Warme Ohren“ haben möchte, sollte einen Blick in unseren Online Shop (hieeeeeer klicken) werfen oder darf auch gerne eine unverbindliche E-Mail an uns schreiben.

Dieser Artikel ist am Samstag, den 26. Jänner in den Vorarlberger Nachrichten erschienen. VN-ger, Foto Knitting Sisters (c) Roland Paulitsch. „Warme Ohren“ Fotos (c) tigerlily photography

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